- Polymer-"Modifizierter
Gips
- Verarbeitungsanleitung
- Verfahren
- Oberflächengestaltung
- Roh- & Hilfs-Stoffe
- Eigenschaften des
PolyCon MG Verbundwerkstoffes
- Physikalische Eigenschaften
- Dauerhaftigkeit
- Veränderung
des Mischungsaufbaus
- Gesundheits-/Sicherheits-Daten
- Verwendete
Symbole
-
witterungsbeständig
-
schnell entformbar und
-
wirtschaftlich ist
Neben diesen Systemeigenschaften
erfüllt PolyCon MG, nachfolgend auch PC MG genannt,
weitere An-forderungen von wesentlicher Bedeutung, es
ist:
-
lösungsmittelfrei
-
recycling- und deponierfähig
-
toxikologisch unbedenklich
-
kein Gefahrgut im Sinne
der Gef.Stoff.V. und GGV
Nach oben
2. Verarbeitungsanleitung
Für alle im Folgenden beschriebenen
Verfahren wird immer die gleiche Grundmasse verwendet.
60 M.-Teile PolyCon α-Gips
mit Zusätzen
40 M.-Teile PolyCon Polymer FV 218
Um ein schlag- und biegefestes Material zu erhalten,
muß dieses System mit verstärkenden Glasfasern
versehen werden.
Der PolyCon Polymer FV 218 wird
in entsprechender Menge vorgelegt und der PolyCon
α-Gips unter Rühren eingemischt.
Je nach weiterer Verarbeitung
müssen zu diesem Zeitpunkt bereits die Verstärkungsfasern
und Additive zugemischt werden.
Nach oben
3. Verfahren
Die Weiterverarbeitung der vorgemischten
Grundmasse kann auf unterschiedliche Weise stattfinden
und ist von der vorgesehen Anwendung abhängig.
1. Gießen
2. Laminieren / Handauflegeverfahren
3. Spritzen
4. Rotationsgießen
5. Spachteln
3.1. Gießen
In die Grundmasse werden für
das Gießverfahren ca.
5-10 M.% geschnittene Glasfasern (oder andere, wie
z. B. Cellulosefasern) eingerührt. Die FMG-Mischung
kann jetzt in eine mit Trennmittel versehene Form
gegossen werden. Es gibt unterschiedliche Techniken,
um Luftblasen und -poren zu vermeiden. Von der Geometrie
des Formteiles hängt es ab, ob eine Innen- und
Aussenform benötigt wird.
3.2. Laminieren
Beim Laminierverfahren werden
Lagen von Glasfasermatten manuell in die PC MG-Matrix
eingebettet. Die PC MG -Grundmasse wird ggf. mit einem
Anteil von bis zu 5 M.% dispersibler Glasfasern auf
dem Untergrund der Form verteilt. Anschließend
wird eine Glasfasermatte mit Spachtel, Glätter
oder Walze eingedrückt. In das überschüssige
Material wird eine weitere Lage der Matte eingearbeitet.
Dieser Vorgang wird wiederholt, bis die notwendige
Bewehrungs- und Materialstärke erreicht sind.
3.3. Spritzen
Das Spritzverfahren eignet sich
z. B. für große und kompliziert geformte
Bauteile. Es setzt spezielle Verarbeitungsmaschinen
wie Schnecken- oder Schlauchpumpen voraus. Dazu werden
Systeme für Luft- und Gipszufuhr und eine Spritzpistole
mit einem Glasfasergeschneidgerät benötigt.
Die Fördergeschwindigkeit der Pumpe ist bis zu
einem Bereich von 20 Litern PC MG/Minute einstellbar.
Die frisch aufgespritzte PC MG-Mischung wird in mehreren
Schichten aufgetragen und mit Glättern oder Flexirollern
verdichtet.
3.4. Rotationsgießen
Beim Rotationsgießen wird
die PC MG-Grundmasse mit Hilfsstoffen (und ohne Luftblasen)
als eine schnell härtende Vorsatzmischung in
eine rotierende Form gegossen. Nach dem ersten Erhärten
dieser Vorsatz-mischung wird die PC MG-Trägerschicht
bis zur gewünschten Dicke in die rotierende Form
gegossen.
Auf diese Weise lassen sich geometrisch komplexe Hohlprodukte
herstellen.
3.5. Spachteln
Die PCMG Grundmasse lässt
sich mit Verstärkungsfasern und ggf. Füllstoffen
zu einer gut zu spachtelnden Masse mischen. Handwerker
(und sicher auch Künstler) wissen dies zu schätzen,
um auf einfache Art und Weise hochwertige „Gipsprodukte“
herzustellen oder Reparaturen auszuführen.
Nach oben
4. Oberflächengestaltung
Die meisten PC MG-Anwendungen
benötigen eine ästhetisch ansprechende Oberfläche.
Es gibt viele Möglichkeiten, die Oberflächen
von PC MG-Produkten nach Wunsch zu gestalten. Der
gewünschte Effekt wird meistens mit einer spezifischen
PC MG-Vorsatzmischung aufgebracht. Nach dieser Oberflächenschicht
wird mit den üblichen, unter 1-4 beschriebenen,
Trägerschichten weiter aufgebaut.
Gute Ergebnisse gibt es mit:
1. Metallpulver / -effekt
2. Pigmentieren
3. Beschichten
4. Sandstrahlen / Schleifen
5. Polieren / Auswaschen
4.1. Metallpulver
Die Zugabe von kupfer-, messing-
oder zinnhaltigem Metallpulver zur PC MG-Mischung
verleiht den Oberflächen der Werkstücke
(nach Polieren) einen „Metall-Look“. Diese
Metalloberflächen können, wie bei normalem
Gußmetall, mit kalt aufgebrachter Patina versehen
werden.

Sonne aus PCF MG-System mit
Zinnpulver
(Spachtelmasse PU 017)
4.2. Pigmentieren
Zum Einfärben der PC MG-Mischung
eignen sich wasserlösliche Pigmente. Die besten
Ergebnisse lassen sich mit helleren Farbtönen
natürlicher Oxid- und organischen Pigmenten erzielen.
Die Farbpigmente lassen sich in dem Polymer gut vordispergieren.
4.3. Beschichten
PolyCon MG kann mit atmungsaktiven
Beschichtungssystemen versiegelt oder angestrichen
werden. Beschichtungen mit wäßrigen Kunststoffemulsionen
(Latexfarben) sind sehr geeignet. Die üblichen
Vorbereitungen, z. B. Trennmittel entfernen, sind
auch für PC MG-Oberflächen zu beachten.
4.4. Sandstrahlen / Schleifen
Besondere Effekte, die in der
Architektur häufig gefragt sind, erreicht man
durch Freilegen der Zuschläge in der erhärteten
PC MG-Mischung. Die gewünschten Zuschläge
für die PC MG-Vorsatzmischung werden der Grundmasse
während der Mischphase beigegeben. Nach dem Entformen
und gleichmäßiger Aushärtung können
diese Zuschläge durch leichtes Sandstrahlen in
der Oberfläche freigelegt werden. Durch Grob-
oder Feinschleifen wird eine glatte Oberfläche
erzielt, das beigemischte Gesteinsmehl, Granulat oder
Zuschläge werden sichtbar.
4.5. Polieren / Auswaschen
Beim frisch entformten PC MG
lässt sich die Körnung auch durch Naßpolieren
oder Absanden mit geeigneten Schleifmitteln freilegen.
Nach oben
5. Roh - & Hilfsstoffe
Die meisten Roh- & Hilfsstoffe
werden von Forton angeboten und geliefert.
5.1. PolyCon α-Gips
Der im Zusammenhang mit PolyCon
MG verwendete Forton α-Gips hat als Basis ein
α-Gipshalbhydrat, dem die benötigten Mengen
Melaminharz und Härter beigemischt sind.
Eine wichtige Eigenschaft des
verwendeten α-Gipshalbhydrats ist sein niedriger
Wasser/Gips-Faktor von 0,2 bis max. 0,4. Auf die Hydratationsdehnung
des Gipses ist besonders zu achten.
5.2. PolyCon Polymer FV 218
Bei der PolyCon Polymer-Dispersion
FV 218 handelt es sich um eine vernetzbare Acryl-kopolymeremulsion,
die speziell für dieses PC MG-SYSTEM entwickelt
wurde.
-
Aussehen milchig-weiß
-
Feststoffanteil 50 M.%
-
Rohdichte ca. 1070 kg/m³
5.3. Bewehrung / Glasfasern
Für die Bewehrung werden
meist Glasfasern eingesetzt. Verwendet werden Rovings,
geschnittene Fasern in verschiedenen Längen und
Glasfasermatten und -gewebe. Die Fasern müssen
vollständig in der Matrix eingeschlossen sein.
Für untergeordnete Anwendungen
können auch andere Fasertypen als Bewehrung eingesetzt
werden.
5.4. Zusatzmittel / Verzögerer
& Beschleuniger
Um den Erhärtungsvorgang
des Werkstoffs zu regeln, das heißt, hinauszuzögern,
kann der PC MG-Mischung Verzögerer auf Basis
von Natriumcitrat beigefügt werden.
Fließmittel (z. B. Melment-F-Pulver)
kann verwendet werden, um die Verarbeitbarkeit bei
niedrigen Wasser/Gips- Werten weiter zu verbessern.
Aluminiumsulfat ist ein wirksamer
Beschleuniger. Kaliumsulfat und Puzzollanerde sind
hierfür
ebenfalls geeignete Mittel.
5.5. Granulate / Füllstoffe
Gewaschener, abgestufter und
getrockneter Quarzsand bis 0,5 mm Durchmesser kann
der PolyCon MG- Vorsatzmischung beigefügt werden,
um Strukturen nach Sand- oder Schrotstrahlen zu bilden.
Auch Gesteinsmehl (CaCO³) wird als Füllstoff
verwendet.
5.6. Metallpulver / Pigmente
Zum Einfärben des „PC
MG"-Verbundwerkstoffes sollten vorzugsweise vordispergierte
Pigmente zusammen mit Titandioxid verwendet werden.
Oxide und Farben auf organischer Basis sind am zuverlässigsten
und beständigsten gegenüber UV-Strahlung.
Bei Verwendung von Metallpulvern
ist die Korngröße wichtig. Partikelgrößen
von 45 bis 80 μm werden empfohlen.
Nach oben
6. Eigenschaften des
PolyCon MG Verbundwerkstoffes
6.1. Allgemeines
Die nachstehende Zusammensetzung
des PolyCon MG Verbundwerkstoffes gemäß
Tabelle gilt für alle hier gemachten Angaben.
Zusammensetzung des PolyCon MG
Verbundwerkstoffes (Grundmasse).
Diese PC MG Mischung wird mit
etwa 13 M% Glasfaser bewehrt.
6.2. Mechanische Eigenschaften
6.2.1. Zug- und Biegeeigenschaften
Typische mechanische Eigenschaften
des PolyCon MG Verbundwerkstoffes.
Mechanische
Eigenschaften |
|
Einheit |
Mittel-
wert |
Kenn-
wert* |
| Biegefestigkeit |
-MOR |
N/mm² |
70 |
55 |
| Proportionalitätsgrenze
|
-LOP |
N/mm² |
20 |
15 |
| Biegebruchdehnung |
-εMOR |
% |
2,4 |
2 |
| Zugfestigkeit |
-UTS |
N/mm² |
34 |
20 |
Zug-Proportionalitäts-
grenze |
-BOP |
N/mm² |
9 |
7 |
| Zugdehnung |
-εUTS |
% |
2 |
1 |
| E-Modul (Zugbeanspruchung) |
|
N/mm² |
6000 |
|
* Charakteristischer
Kennwert mit 95%iger Wahrscheinlichkeit
Die in der Tabelle enthaltenen
Werte gelten für Proben, die bei einer Temperatur
von 20°C und einer relativen Feuchte von 65% klimatisiert
wurden.
Ein Anstieg des Feuchtigkeitsgehaltes
infolge Wasseraufnahme bewirkt eine Abnahme der mechanischen
Eigenschaften.
Sobald die FMG-Probe trocknet,
stellen sich die mechanischen Festigkeiten wieder
vollständig ein.
6.2.2. Schlagzähigkeit
Typische Schlagfestigkeitswerte
des FMG- Verbundwerkstoffes (Standardmischung)
| Mech. Eigenschaft |
Einheit |
Mittelwert |
Kennwert* |
| Schlagzähigkeit
(Charpy) |
kJ/m² |
30 |
16 |
* Charakteristischer
Kennwert mit 95%-iger Wahrscheinlichkeit
Ermüdung
PolyCon MG besitzt eine hohe
Dauer(Schwing)festigkeit.
Nach oben
7. Physikalische Eigenschaften
Typische
physikalische Eigenschaften von FORTON MG
| Phys. Eigenschaften |
Einheit |
Mittelwert |
| Rohdichte (trocken) |
Kg/m³ |
1500 |
|
Gleichgewichtsfeuchtigkeitsgehalt
bei
20°C/20% RF
20°C/65% RF
20°C/85% RF
20°C/>95% RF |
Gew.%
Gew.%
Gew.%
Gew.% |
0,06
0,50
1,20
11,00 |
max. Ausdehnung
bei Wasseraufnahme ¹ |
o/oo |
0,80 |
Wasseraufnahme
bei Lagerung in Wasser
nach 1 Tag ²
nach 2 Tagen
mehr als 150 Tage
|
%
%
% |
3-6
10-11
16 |
| Wärmeausdehnungskoeffizient |
1/°K |
20x10 exp.-6 |
| Wasserdampfdiffusionskoeffizient |
|
250 |
1) bereits nach eintägiger
Wasserlagerung
2) in hohem Maße abhängig vom Erhärtungsverfahren
Nach oben
8. Dauerhaftigkeit
8.1. Wetterbeständigkeit
An den aus PC MG hergestellten
Proben wurde eine nur geringfügige Abnahme der
mechanischen Festigkeiten festgestellt.
Mechanische Eigenschaften des PC MG
Verbundwerkstoffes nach beschleunigter Alterung:
Material-
eigen-
schaften |
Einheit |
vor
Alterung |
nach
Alterung |
| |
Weather-
o-meter |
naß
/trocken
Zyklen |
Wasser-
lagerung |
| MOR |
N/mm² |
75 |
65 |
65 |
68 |
| LOP |
N/mm² |
25 |
20 |
27 |
23 |
| εMOR |
% |
2,5 |
--- |
2,7 |
2,5 |
Rohdichte
(trocken) |
Kg/m³ |
1500 |
1400 |
1320 |
1460 |
Die nachstehende Tabelle enthält
eine Aufstellung der mechanischen Eigenschaften der
PC MG Proben nach Außenbewitterung, ohne und
mit Oberflächenschutz.
Mechanische Eigenschaften des FMG nach
Außenbewitterung:
Material-
eigen-
schaften |
Einheit |
vor
Alterung |
nach
Alterung |
| |
2,5 Jahre ohne
Oberflächen-
schutz
|
2 Jahre mit
Acrylanstrich als
Oberflächen-
schutz |
| MOR |
N/mm² |
75 |
51 |
73 |
| LOP |
N/mm² |
25 |
17 |
23 |
| εMOR |
% |
2,5 |
3,0 |
2,7 |
Rohdichte
(trocken) |
Kg/m³ |
1500 |
1380 |
1470 |
Die Ergebnisse zeigen im Falle
von "PolyCon MG" ohne jeglichen Oberflächenschutz
eine Abnahme der Biegeeigenschaften nach Außenbewitterung.
Die Veränderungen können
durch das Auftragen von Beschichtungen, z. B. Farbanstrichen
oder Versiegelungen, begrenzt oder ganz vermieden
werden.
8.2. Frost
/ Tau-Widerstand
Nach den ermittelten Ergebnissen
zu urteilen, ist "PolyCon MG" gegenüber
Frost/Tau-Einwirkungen be-ständig.
Nach oben
9. Veränderung des Mischungsaufbaus
9.1. Polymergehalt
Eine Reduzierung des Polymergehalts
bis 70% der Standardmischung hat eine etwas geringere
Biegefestigkeit (MOR) und eine geringfügig höhere
Wasseraufnahme zur Folge.
9.2. Füllstoffe
Die Zugabe von Kalziumkarbonatpulver
(Gesteinsmehl) oder feinem Sand vermindert die Eigenschaften
des Werkstoffs. Für Anwendungen, bei der die
sehr guten Festigkeitseigenschaften der PC MG Mischung
nicht in Anspruch genommen werden, besteht die Möglichkeit,
dem PolyCon α-Gips Füllstoffe beizumischen,
um die Kosten zu senken.
9.3. Glasfasern
Der Einfluß des Glasfasergehalts
auf Biegefestigkeit (MOR) und Proportionalitätsgrenze
(LOP) ist von großer Bedeutung. Der Einfluß
der Glasfaserlänge ist weniger ausgeprägt.
Nach oben
10. Gesundheits-/
Sicherheits-Daten
„PolyCon MG“ Rohstoffe
und Additive sind im Vergleich mit GFK und Asbest-Zement
toxikologisch unbedenklich und werden nicht als Gefahrgut
im Sinne der Gef. Stoffe und G.G.V. betrachtet. Bei
der Verarbeitung sind jedoch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen
zu beachten.
PolyCon empfiehlt, die Sicherheitsdatenblätter
aller Rohstoffe aufmerksam zu lesen.
Nach oben
11. Verwendete Symbole
| MOR |
Modulus of
Rupture |
Biegefestigkeit |
| LOP |
Limit of Proportionality |
Proportionalitätsgrenze
bei Biegebelastung |
| εMOR |
|
Biegebruchdehnung |
| UTS |
Ultimate Tensile
Strength |
Zugfestigkeit |
| BOP |
Bending Over
Point |
Proportionalitätsgrenze
bei Zugbelastung |
| εUTS |
|
Zugbruchdehnung |
Nach oben
Die in dieser Veröffentlichung
enthaltenen Angaben basieren auf unseren Forschungsergebnissen
und werden im guten Glauben, jedoch ohne Gewähr,
weitergegeben.
PolyCon
MG mit Weblayout (Farbe)
als PDF-Download (237 KB)
PolyCon MG aus Word (S/W)
als PDF-Download (49 KB)
|